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Architekturtrends bei Büro- und Gewerbeimmobilien

Die Architektur von Büro- und Gewerbegebäuden unterliegt einem steten Wandel. Galt noch vor 100 Jahren eine repräsentative, historisierende Fassade als das Maß aller Dinge, ist heute kaum noch ein einheitlicher Stil auszumachen. Das zeigt sich auch im Vergleich zweier Projekte von EUROPA--CENTER: In Essen entsteht derzeit ein markanter Baukörper mit vorspringenden Fassadenbändern. Im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens hingegen sieht die Planung organische Formen mit einem zentralen Hochhaus vor.

„Ein gewisser Mainstream ist natürlich zu erkennen“, sagt Wolfgang Zimmer von Koschany + Zimmer Architekten KZA. Sein Büro hat das EUROPA-CENTER in Essen mitentwickelt. „Doch vor allem beobachten wir eine zunehmende Individualisierung.“ Viel stärker als durch Konventionen oder regionaltypische Bauweisen wird die Architektur heute durch die Bedürfnisse der Nutzer geprägt. Gefragt sind maßgeschneiderte Bürolandschaften mit perfekten Arbeitsbedingungen hinsichtlich Raumklima, Ruhe, Nachhaltigkeit und Gestaltungsfreiheit. „Diese Art von Well-Being ist einer der wichtigsten Trends im Bürobau“, bestätigt Christopher Hammerschmidt, Partner bei KSP Jürgen Engel Architekten. Er und sein Team planen den EUROPA-CENTER Neubau in Frankfurt Gateway Gardens. Die hohen Anforderungen im Innern bestimmen die äußere Form, beispielsweise hinsichtlich der Gebäudetiefen. „Jeder Arbeitsplatz sollte ausreichend mit Tageslicht versorgt sein und einen ansprechenden Blick nach draußen bieten“, empfiehlt Christopher Hammerschmidt. Gerade an verkehrsintensiven Standorten spielen zudem der Schallschutz und die Luftqualität eine große Rolle. Die Architekten arbeiten daher gern mit grünen Innenhöfen, die sie durch die Anordnung der Baukörper von der Straße abschirmen. „Gleichzeitig gilt es, das Grundstück mit einer hohen baulichen Dichte optimal auszunutzen“ erläutert Wolfgang Zimmer. So entstehen vielfältige Kubaturen: in innerstädtischen Lagen eher an die Umgebung angepasst, in neuen Stadtteilen wie Frankfurt Gateway Gardens auch mal als Hochhaus.

Bei der Gebäudehülle dominieren bauphysikalisch optimierte Hightech-Fassaden. „Das ermöglicht es sogar, ein Fenster zu öffnen, ohne vom Verkehrslärm beeinträchtigt zu werden“, weiß Christopher Hammerschmidt. Bei der Fassadengestaltung kommt es beiden Architekten auf einen hohen Wiedererkennungswert an, ohne gleich mit den ganz großen Gesten zu arbeiten, wie sie in China oder Dubai zu betrachten sind. Bei den Materialien gelten Glas und Metall als dauerhaft und langlebig. Aber auch Naturstein oder Ziegel kommen nach wie vor in Frage, auch wenn lokale Bautraditionen, beispielsweise im Norden, längst nicht mehr so streng interpretiert werden wie noch vor einigen Jahren. „Lediglich von verputzten Fassaden würden wir aufgrund des hohen Wartungsbedarfs abraten“, ergänzt Wolfgang Zimmer.

Und so zeigt sich die deutsche Büroarchitektur jenseits fester Architekturstile differenziert und im internationalen Vergleich gut aufgestellt. „Trotz hoher Baudichte und Funktionalität sind die Gebäude großzügig gestaltet und erreichen eine hervorragende Qualität“, resümiert Wolfgang Zimmer.

Architekt Wolfgang Zimmer
Christopher Hammerschmidt von KSP Jürgen Engel Architekten
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